Mitmachen statt Zuschauen – Ehrenamt hautnah erleben. Johannes-Kepler-Gymnasium und S-Haus starten gemeinsames Sozialprojekt
Reutlingen. Im Rahmen der Projekttage „Herausforderungen der Demokratie“ vom 22. bis 24. Juli 2026 setzten sich Schülerinnen und Schüler des Johannes-Kepler-Gymnasiums im S-Haus mit Themen wie Armut, soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe auseinander. Das Projekt verband gesellschaftliche Bildung mit praktischer Erfahrung und ermöglichte direkte Einblicke in soziale Herausforderungen.
Ein besonderer Programmpunkt war die Begegnung mit unserem ehemaligen Auszubildenden des S-Hauses, der selbst Armut und Obdachlosigkeit erlebt hat. Bei einem Rundgang durch Reutlingen berichtete er von seinem Lebensweg und zeigte, wie neue Perspektiven und gesellschaftliche Unterstützung den Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen können. Heute ist er als Ehrenamtlicher für die Steuerung des Küchenbetriebes verantwortlich und strebt eine Fortführung seiner Ausbildung im S-Haus an.
Am dritten Projekttag stand ein Kochmodul auf dem Programm. Begleitet wurde dieses von Matthias Muncan , gelernter Koch und Konditor, der die Projekttage ehrenamtlich unterstützte. Die Jugendlichen lernten, Tische professionell einzudecken und entwickelten aus einem vorgegebenen Warenkorb ein vollständiges Vier-Gänge-Menü. Dabei standen Lebensmittelwertschätzung, nachhaltige Resteverwertung, Kostenbewusstsein und Teamarbeit im Mittelpunkt.
Zubereitet wurden eine Tomaten-Linsen-Suppe mit Zitronenschmand und Croutons ,Crostini mit italienischem Grillgemüse und Rucola, selbstgemachte schwäbische Käsespätzle sowie ein Ofenschlupfer mit Aprikosen-Rosmarin-Ragout und Vanilleschmand . Bemerkenswert: Der Wareneinsatz für das gesamte Vier-Gänge-Menü betrug lediglich3 Euro pro Person beziehungsweise 0,75 Euro pro Gang.
Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie nachhaltiges Denken, verantwortungsvoller Konsum und ehrenamtliches Engagement zusammenwirken können, und ermutigte die Jugendlichen, Verantwortung für Gesellschaft und Mitmenschen zu übernehmen.
Nicola Brackenhammer-Knauth, Personalvorständin










